Die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung der PCC-Gruppe ist stark
von der weiteren Konjunkturentwicklung abhängig, und zwar nicht
nur auf unseren Hauptabsatzmärkten in Europa, sondern weltweit.
Dabei wird auch die weitere Entwicklung der Energiepreise sowie
der Inflation insgesamt eine große Rolle spielen. Weitere Ausführungen
hierzu sind dem Kapitel „Ausblick auf das Folgejahr 2026“
zu entnehmen.
Mit dem andauernden Russland-Ukraine-Krieg besteht für den PCC-Konzern ein nicht unerhebliches politisches Risiko, das außerhalb unseres Einflussbereichs liegt. Eine weitere Eskalation des Krieges könnte erneute Transport- und Lieferkettenprobleme mit sich bringen. Eventuell könnte auch der Bestand unserer verbliebenen Beteiligungen in Russland gefährdet werden. Hiervon ist zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Lageberichts jedoch nicht auszugehen. Bezogen auf die gesamten Assets des PCC-Konzerns liegt der Anteil der russischen Vermögenswerte außerdem nur im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Neben einer weiteren Eskalation des Russland-Ukraine-Krieges würden sich weiter verschärfende Entwicklungen im jüngsten Iran-Krieg Risiken bergen. Je nach Intensität, Länge oder Ausmaß dieser Krise könnten die Auswirkungen auf die Finanzzahlen der PCC-Gruppe sehr unterschiedlich ausfallen und neben negativen Effekten wie Lieferkettenproblemen oder Versorgungsknappheit bei Rohstoffen könnten sich hierbei auch Chancen ergeben. Dies gilt auch für mögliche Verschärfungen der Konflikte zwischen China und Taiwan sowie im Nahen Osten. Ähnliche Einschränkungen des weltweiten Wirtschaftsgeschehens könnten sich außerdem im Rahmen eventueller neuer Pandemien ergeben. Zu Unklarheiten und Besorgnis in der internationalen Handelspolitik haben auch die teils widersprüchlichen Zoll-Entscheidungen der seit Januar 2025 amtierenden US-Regierung geführt. Aufgrund der vielen aktuellen Unwägbarkeiten sind die finanziellen Auswirkungen auf die PCC-Gruppe insgesamt derzeit nicht konkret abschätzbar.
In Deutschland blieb die wirtschaftliche Lage trotz der Reformbemühungen der seit Mai 2025 amtierenden Bundesregierung angespannt. Deutschland kam 2025 auf ein geringes Wirtschaftswachstum von 0,2 % und blieb damit hinter vielen anderen Industrienationen zurück. Ein entschlossener Bürokratieabbau und damit verbunden eine leistungsfähigere Verwaltung sowie die zügige Bereitstellung des Sondervermögens zur Investition in Infrastruktur und Wirtschaft sind eminent notwendig. Ergänzt durch zusätzliche Mittel der Europäischen Union könnte dies sogar einen signifikanten Nachfragesog auslösen.
Eine weitere Herausforderung für die europäische Wirtschaft stellen der sogenannte „European Green Deal“ sowie das im Juli 2021 von der EU-Kommission verabschiedete Maßnahmenpaket „Fit for 55“ dar. Durch dessen Umsetzung sollen die europäischen Klimaziele bis 2055 erreicht werden. Zudem sollten für eine Vielzahl von europäischen Unternehmen die neuen Nachhaltigkeitsberichtspflichten ab dem Geschäftsjahr 2025 verpflichtend werden. Die PCC-Gruppe begrüßt zwar die im Februar 2025 veröffentlichten Erleichterungen und Vereinfachungen der Berichtspflichten und auch deren spätere Einführung. Unverändert bedeuten die Maßnahmen jedoch für die europäische Chemieindustrie und damit auch für große Teile der PCCGruppe eine weitgehende Transformation ihrer Produktionsprozesse, die erhebliche, derzeit noch nicht konkret abschätzbare Mehrkosten mit sich bringen wird. Dies könnte sich auch nachteilig auf die zukünftigen Dividendenzuflüsse der Konzernholding auswirken. Gleichzeitig eröffnen diese Transformation und die damit verbundene Einführung innovativer Prozesse, an deren Entwicklung die PCC-Gruppe auf mehreren Ebenen arbeitet, zukünftig weitere Wachstumsmöglichkeiten. Eines der wesentlichen Risiken liegt dabei allerdings in einem Alleingang der Europäischen Union, der erhebliche Wettbewerbsnachteile für Produzenten in der EU zur Folge hätte, wenn zum Beispiel Produzenten in den USA oder in Asien weniger bis gar keine Auflagen oder Preisregime wie CO2-Steuern zu erfüllen hätten.
Des Weiteren sehen sich die Chemiesegmente dem Risiko steigender Umweltschutzaufwendungen im Zuge der sich europaweit verschärfenden Abfall-, Abwasser- und sonstigen Umweltvorschriften ausgesetzt. Möglicherweise daraus resultierende Investitionsverpflichtungen könnten in Zukunft negative Auswirkungen auf die Ertragslage dieser Segmente und somit auch auf die gesamte PCC-Gruppe haben. Gleiches gilt für eventuelle zusätzliche Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der REACH-Verordnung der EU (Verordnung zur Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien) entstehen können. REACH-ähnliche Verordnungen werden aktuell auch von anderen Ländern geplant beziehungsweise befinden sich bereits in der Umsetzung. Dies gilt unter anderem für die Türkei, die USA sowie einige asiatische Länder. Welche Folgen dies für die weitere Entwicklung des PCC-Konzerns mit sich bringen wird, bleibt abzuwarten.
Insbesondere für die Geschäftsfelder der Chemiesegmente sowie des Segments Silizium & Derivate bestehen außerdem Risiken bei der Versorgung mit strategisch wichtigen Rohstoffen. Die Anzahl der Lieferanten für diese Rohstoffe war in der Vergangenheit bereits begrenzt und wird durch Handelskonflikte oder Sanktionen weiter reduziert. Erfreulicherweise konnte die PCC-Gruppe bereits 2021 mit dem wichtigsten Lieferanten für den wesentlichen Rohstoff Ethylenoxid einen langfristigen Liefervertrag abschließen. Die PCC-Gruppe investiert auch erheblich in neue Chemieanlagen am Standort Brzeg Dolny, um den langfristigen Liefervertrag zu bedienen und die lokalen Produktionsanlagen zu modernisieren. Langfristig werden diese Investitionen zum weiteren Wachstum unserer Chemieaktivitäten beitragen.
Als weitere indirekte Faktoren, welche die Performance unserer Segmente beeinträchtigen können, sind unter anderem Preisänderungs- und Ausfallrisiken zu nennen. Diese Risiken sollen durch den Abschluss von Warenkreditversicherungen weitestgehend eliminiert werden. Den Preisänderungsrisiken wird durch den Abschluss von Back-to-back-Geschäften, durch Preisformeln und / oder Preisabsicherungen begegnet.
Daneben bestehen sowohl für die PCC SE als Holdinggesellschaft als auch für die operativ tätigen Geschäftsbereiche Zinsänderungsoder Wechselkursrisiken, die zumindest teilweise durch Hedging (Absicherungsgeschäfte) reduziert werden können. Das Wechselkurs- und Fremdwährungsrisiko in der PCC-Gruppe ließe sich mit einer Einführung des Euro als offizieller Währung in Polen deutlich reduzieren. Kurzfristig ist dies jedoch nicht zu erwarten. Die PCCGruppe sichert sich im Wesentlichen durch Forwards Fremdwährungspositionen ab.
Weitere Risiken können sich aus der Veränderung rechtlicher oder regulatorischer Grundlagen ergeben. So unterliegt beispielsweise das gültige Steuerrecht, auch in seiner verwaltungstechnischen Anwendung, einem stetigen Wandel. Zukünftige Gesetzesänderungen sowie abweichende Gesetzesauslegungen durch die Finanzbehörden oder -gerichte können nicht ausgeschlossen werden. Hieraus könnten gegebenenfalls höhere steuerliche Belastungen für die Gesellschaften der PCC-Gruppe im In- und Ausland resultieren.
Negative Auswirkungen können sich auch durch nachträgliche Änderungen bei der Bewertung staatlicher Fördermaßnahmen und durch damit eventuell verbundene Rückzahlungsforderungen ergeben. So hat die Europäische Kommission geprüft, ob die der PCC MCAA Sp. z o.o. in den Jahren 2012 und 2013 von der polnischen Regierung direkt gewährten Finanzhilfen in Höhe von umgerechnet rund 16 Millionen € mit den EU-Vorschriften über staatliche Regionalbeihilfen vereinbar waren. Die bezogenen Finanzhilfen wurden im Februar 2025 als korrekt deklariert, sodass keine Rückforderungen von PCC begründet sind. Der Sachverhalt gilt damit als abgeschlossen. Ähnliche Szenarien lassen sich jedoch auch in Zukunft nicht ausschließen.
Einige Konzerngesellschaften sind darüber hinaus mit der zunehmenden Veralterung ihrer Vermögenswerte konfrontiert. Dies gilt insbesondere für Produktionsanlagen der PCC Synteza S.A. Mit weiterer intensiver Nutzung steigen die Aufwendungen für Wartung und Instandhaltung sowie das Risiko von Havarien und Produktionsausfällen.
In unserer Finanzplanung gehen wir auch für die Zukunft von regelmäßigen Liquiditätszuflüssen aus der Emission von Unternehmensanleihen bei der Holdinggesellschaft aus. Eventuelle Irritationen im Marktsegment für Anleihen in Deutschland könnten gegebenenfalls – zumindest vorübergehend – zu Liquiditätsengpässen führen. Daher wird kontinuierlich daran gearbeitet, die gewährten Liquiditätsdarlehen an Tochtergesellschaften durch lokale Bankkredite abzulösen. Auch sollen eventuelle neue Großprojekte nur dann umgesetzt werden, wenn dafür eine entsprechende Projektfinanzierung erlangt werden kann. Ergänzend zu den Unternehmensanleihen wird langfristig auch die Erschließung alternativer Finanzierungsquellen auf institutioneller Ebene in Erwägung gezogen. Letzteres setzt einen stabilen Verschuldungsgrad voraus. Auf Konzernebene wird dabei eine Zielmarke von unter 5,0 angestrebt, die langfristig konstant erreicht werden und als Obergrenze dienen soll.
Über das Finanzierungsrisiko hinaus bestehen bei Projekten während der Planungs- und Bauphase diverse weitere Risiken, beispielsweise technischer, eigentumsrechtlicher oder auch genehmigungsrechtlicher Art. Außerdem kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich während der Realisierungsphase die äußeren Marktbedingungen ändern und Marktentwicklungen nicht so eintreffen, wie ursprünglich erwartet. Trotz sorgfältigster Prüfung kann sich ein Investitionsprojekt daher deutlich verzögern oder eine deutlich geringere Rendite erwirtschaften als geplant. Ein völliges Scheitern eines Projekts und damit ein Totalverlust des von der Konzernholding oder einer ihrer Tochtergesellschaften eingesetzten Kapitals kann ebenfalls nicht ausgeschlossen werden. Je nach Projektgröße könnte dies erhebliche negative Auswirkungen auf die Liquiditätssituation haben. Daher strebt die Konzernholding auch zukünftig weitestgehend Projektfinanzierungen an, die auf die Tragfähigkeit des jeweiligen Projektes abgestellt werden sollen.
Nicht zuletzt bestehen für die PCC-Gruppe auch personelle Risiken. Das eventuelle Ausscheiden wesentlicher Personen, unter anderem aus dem Management oder aus dem Bereich Forschung und Entwicklung, und der damit eventuell verbundene Verlust beispielsweise von langjährigen Kontakten, Branchenerfahrung oder Know-how könnte gegebenenfalls zumindest temporär negative Auswirkungen auf die Weiterführung der Geschäfte mit sich bringen. Darüber hinaus birgt der erhebliche Einfluss des Alleinaktionärs der PCC SE unter Umständen ein höheres Risiko für unternehmerische Fehlentscheidungen, als dies bei einer breiter gestreuten Eigentümerstruktur der Fall sein könnte. Dieses Risiko wurde 2021 mit dem Wechsel vom monistischen zum dualistischen Führungssystem in der Konzernholding reduziert, wodurch die Position des operativen Managements der Holding gestärkt wurde. Unabhängig davon bleibt die Nähe zum Alleinaktionär, der gleichzeitig auch Aufsichtsratsvorsitzender der PCC SE ist, bestehen und somit auch die Chance, schnell und flexibel auf neue Investitionschancen zu reagieren und jeweils zeitnah die Weichen für weiteres nachhaltiges Wachstum des PCCKonzerns zu stellen.
Die zunehmende Fokussierung auf höherwertige Produkte sowie die in der Umsetzung befindliche Diversifikation der Absatzmärkte stellen aus Sicht der Unternehmensleitung die wesentlichen Chancen für das zukünftige Wachstum des PCC-Konzerns dar. Hinzu kommen weitere Modernisierungs- und Erweiterungsinvestitionen, ausgerichtet sowohl auf die Rückwärts- als auch auf die Vorwärtsintegration. Hierdurch wollen wir zum einen unsere Marktposition in den einzelnen Segmenten weiter ausbauen und zum anderen mit Investitionen in effiziente und umweltfreundliche Produktionsanlagen unsere Nachhaltigkeit steigern und unsere Zukunftsfähigkeit sichern. Von den aus diesen Investitionen zu erwartenden Ertragssteigerungen sollte die PCC-Gruppe langfristig in Form steigender Ergebnisse profitieren. Zusätzliches Ertragspotenzial könnte sich durch die Veräußerung von Randaktivitäten oder marktreifen Projekten und Beteiligungen ergeben.
Mit dem andauernden Russland-Ukraine-Krieg besteht für den PCC-Konzern ein nicht unerhebliches politisches Risiko, das außerhalb unseres Einflussbereichs liegt. Eine weitere Eskalation des Krieges könnte erneute Transport- und Lieferkettenprobleme mit sich bringen. Eventuell könnte auch der Bestand unserer verbliebenen Beteiligungen in Russland gefährdet werden. Hiervon ist zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Lageberichts jedoch nicht auszugehen. Bezogen auf die gesamten Assets des PCC-Konzerns liegt der Anteil der russischen Vermögenswerte außerdem nur im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Neben einer weiteren Eskalation des Russland-Ukraine-Krieges würden sich weiter verschärfende Entwicklungen im jüngsten Iran-Krieg Risiken bergen. Je nach Intensität, Länge oder Ausmaß dieser Krise könnten die Auswirkungen auf die Finanzzahlen der PCC-Gruppe sehr unterschiedlich ausfallen und neben negativen Effekten wie Lieferkettenproblemen oder Versorgungsknappheit bei Rohstoffen könnten sich hierbei auch Chancen ergeben. Dies gilt auch für mögliche Verschärfungen der Konflikte zwischen China und Taiwan sowie im Nahen Osten. Ähnliche Einschränkungen des weltweiten Wirtschaftsgeschehens könnten sich außerdem im Rahmen eventueller neuer Pandemien ergeben. Zu Unklarheiten und Besorgnis in der internationalen Handelspolitik haben auch die teils widersprüchlichen Zoll-Entscheidungen der seit Januar 2025 amtierenden US-Regierung geführt. Aufgrund der vielen aktuellen Unwägbarkeiten sind die finanziellen Auswirkungen auf die PCC-Gruppe insgesamt derzeit nicht konkret abschätzbar.
In Deutschland blieb die wirtschaftliche Lage trotz der Reformbemühungen der seit Mai 2025 amtierenden Bundesregierung angespannt. Deutschland kam 2025 auf ein geringes Wirtschaftswachstum von 0,2 % und blieb damit hinter vielen anderen Industrienationen zurück. Ein entschlossener Bürokratieabbau und damit verbunden eine leistungsfähigere Verwaltung sowie die zügige Bereitstellung des Sondervermögens zur Investition in Infrastruktur und Wirtschaft sind eminent notwendig. Ergänzt durch zusätzliche Mittel der Europäischen Union könnte dies sogar einen signifikanten Nachfragesog auslösen.
Eine weitere Herausforderung für die europäische Wirtschaft stellen der sogenannte „European Green Deal“ sowie das im Juli 2021 von der EU-Kommission verabschiedete Maßnahmenpaket „Fit for 55“ dar. Durch dessen Umsetzung sollen die europäischen Klimaziele bis 2055 erreicht werden. Zudem sollten für eine Vielzahl von europäischen Unternehmen die neuen Nachhaltigkeitsberichtspflichten ab dem Geschäftsjahr 2025 verpflichtend werden. Die PCC-Gruppe begrüßt zwar die im Februar 2025 veröffentlichten Erleichterungen und Vereinfachungen der Berichtspflichten und auch deren spätere Einführung. Unverändert bedeuten die Maßnahmen jedoch für die europäische Chemieindustrie und damit auch für große Teile der PCCGruppe eine weitgehende Transformation ihrer Produktionsprozesse, die erhebliche, derzeit noch nicht konkret abschätzbare Mehrkosten mit sich bringen wird. Dies könnte sich auch nachteilig auf die zukünftigen Dividendenzuflüsse der Konzernholding auswirken. Gleichzeitig eröffnen diese Transformation und die damit verbundene Einführung innovativer Prozesse, an deren Entwicklung die PCC-Gruppe auf mehreren Ebenen arbeitet, zukünftig weitere Wachstumsmöglichkeiten. Eines der wesentlichen Risiken liegt dabei allerdings in einem Alleingang der Europäischen Union, der erhebliche Wettbewerbsnachteile für Produzenten in der EU zur Folge hätte, wenn zum Beispiel Produzenten in den USA oder in Asien weniger bis gar keine Auflagen oder Preisregime wie CO2-Steuern zu erfüllen hätten.
Des Weiteren sehen sich die Chemiesegmente dem Risiko steigender Umweltschutzaufwendungen im Zuge der sich europaweit verschärfenden Abfall-, Abwasser- und sonstigen Umweltvorschriften ausgesetzt. Möglicherweise daraus resultierende Investitionsverpflichtungen könnten in Zukunft negative Auswirkungen auf die Ertragslage dieser Segmente und somit auch auf die gesamte PCC-Gruppe haben. Gleiches gilt für eventuelle zusätzliche Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der REACH-Verordnung der EU (Verordnung zur Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien) entstehen können. REACH-ähnliche Verordnungen werden aktuell auch von anderen Ländern geplant beziehungsweise befinden sich bereits in der Umsetzung. Dies gilt unter anderem für die Türkei, die USA sowie einige asiatische Länder. Welche Folgen dies für die weitere Entwicklung des PCC-Konzerns mit sich bringen wird, bleibt abzuwarten.
Insbesondere für die Geschäftsfelder der Chemiesegmente sowie des Segments Silizium & Derivate bestehen außerdem Risiken bei der Versorgung mit strategisch wichtigen Rohstoffen. Die Anzahl der Lieferanten für diese Rohstoffe war in der Vergangenheit bereits begrenzt und wird durch Handelskonflikte oder Sanktionen weiter reduziert. Erfreulicherweise konnte die PCC-Gruppe bereits 2021 mit dem wichtigsten Lieferanten für den wesentlichen Rohstoff Ethylenoxid einen langfristigen Liefervertrag abschließen. Die PCC-Gruppe investiert auch erheblich in neue Chemieanlagen am Standort Brzeg Dolny, um den langfristigen Liefervertrag zu bedienen und die lokalen Produktionsanlagen zu modernisieren. Langfristig werden diese Investitionen zum weiteren Wachstum unserer Chemieaktivitäten beitragen.
Als weitere indirekte Faktoren, welche die Performance unserer Segmente beeinträchtigen können, sind unter anderem Preisänderungs- und Ausfallrisiken zu nennen. Diese Risiken sollen durch den Abschluss von Warenkreditversicherungen weitestgehend eliminiert werden. Den Preisänderungsrisiken wird durch den Abschluss von Back-to-back-Geschäften, durch Preisformeln und / oder Preisabsicherungen begegnet.
Daneben bestehen sowohl für die PCC SE als Holdinggesellschaft als auch für die operativ tätigen Geschäftsbereiche Zinsänderungsoder Wechselkursrisiken, die zumindest teilweise durch Hedging (Absicherungsgeschäfte) reduziert werden können. Das Wechselkurs- und Fremdwährungsrisiko in der PCC-Gruppe ließe sich mit einer Einführung des Euro als offizieller Währung in Polen deutlich reduzieren. Kurzfristig ist dies jedoch nicht zu erwarten. Die PCCGruppe sichert sich im Wesentlichen durch Forwards Fremdwährungspositionen ab.
Weitere Risiken können sich aus der Veränderung rechtlicher oder regulatorischer Grundlagen ergeben. So unterliegt beispielsweise das gültige Steuerrecht, auch in seiner verwaltungstechnischen Anwendung, einem stetigen Wandel. Zukünftige Gesetzesänderungen sowie abweichende Gesetzesauslegungen durch die Finanzbehörden oder -gerichte können nicht ausgeschlossen werden. Hieraus könnten gegebenenfalls höhere steuerliche Belastungen für die Gesellschaften der PCC-Gruppe im In- und Ausland resultieren.
Negative Auswirkungen können sich auch durch nachträgliche Änderungen bei der Bewertung staatlicher Fördermaßnahmen und durch damit eventuell verbundene Rückzahlungsforderungen ergeben. So hat die Europäische Kommission geprüft, ob die der PCC MCAA Sp. z o.o. in den Jahren 2012 und 2013 von der polnischen Regierung direkt gewährten Finanzhilfen in Höhe von umgerechnet rund 16 Millionen € mit den EU-Vorschriften über staatliche Regionalbeihilfen vereinbar waren. Die bezogenen Finanzhilfen wurden im Februar 2025 als korrekt deklariert, sodass keine Rückforderungen von PCC begründet sind. Der Sachverhalt gilt damit als abgeschlossen. Ähnliche Szenarien lassen sich jedoch auch in Zukunft nicht ausschließen.
Einige Konzerngesellschaften sind darüber hinaus mit der zunehmenden Veralterung ihrer Vermögenswerte konfrontiert. Dies gilt insbesondere für Produktionsanlagen der PCC Synteza S.A. Mit weiterer intensiver Nutzung steigen die Aufwendungen für Wartung und Instandhaltung sowie das Risiko von Havarien und Produktionsausfällen.
In unserer Finanzplanung gehen wir auch für die Zukunft von regelmäßigen Liquiditätszuflüssen aus der Emission von Unternehmensanleihen bei der Holdinggesellschaft aus. Eventuelle Irritationen im Marktsegment für Anleihen in Deutschland könnten gegebenenfalls – zumindest vorübergehend – zu Liquiditätsengpässen führen. Daher wird kontinuierlich daran gearbeitet, die gewährten Liquiditätsdarlehen an Tochtergesellschaften durch lokale Bankkredite abzulösen. Auch sollen eventuelle neue Großprojekte nur dann umgesetzt werden, wenn dafür eine entsprechende Projektfinanzierung erlangt werden kann. Ergänzend zu den Unternehmensanleihen wird langfristig auch die Erschließung alternativer Finanzierungsquellen auf institutioneller Ebene in Erwägung gezogen. Letzteres setzt einen stabilen Verschuldungsgrad voraus. Auf Konzernebene wird dabei eine Zielmarke von unter 5,0 angestrebt, die langfristig konstant erreicht werden und als Obergrenze dienen soll.
Über das Finanzierungsrisiko hinaus bestehen bei Projekten während der Planungs- und Bauphase diverse weitere Risiken, beispielsweise technischer, eigentumsrechtlicher oder auch genehmigungsrechtlicher Art. Außerdem kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich während der Realisierungsphase die äußeren Marktbedingungen ändern und Marktentwicklungen nicht so eintreffen, wie ursprünglich erwartet. Trotz sorgfältigster Prüfung kann sich ein Investitionsprojekt daher deutlich verzögern oder eine deutlich geringere Rendite erwirtschaften als geplant. Ein völliges Scheitern eines Projekts und damit ein Totalverlust des von der Konzernholding oder einer ihrer Tochtergesellschaften eingesetzten Kapitals kann ebenfalls nicht ausgeschlossen werden. Je nach Projektgröße könnte dies erhebliche negative Auswirkungen auf die Liquiditätssituation haben. Daher strebt die Konzernholding auch zukünftig weitestgehend Projektfinanzierungen an, die auf die Tragfähigkeit des jeweiligen Projektes abgestellt werden sollen.
Nicht zuletzt bestehen für die PCC-Gruppe auch personelle Risiken. Das eventuelle Ausscheiden wesentlicher Personen, unter anderem aus dem Management oder aus dem Bereich Forschung und Entwicklung, und der damit eventuell verbundene Verlust beispielsweise von langjährigen Kontakten, Branchenerfahrung oder Know-how könnte gegebenenfalls zumindest temporär negative Auswirkungen auf die Weiterführung der Geschäfte mit sich bringen. Darüber hinaus birgt der erhebliche Einfluss des Alleinaktionärs der PCC SE unter Umständen ein höheres Risiko für unternehmerische Fehlentscheidungen, als dies bei einer breiter gestreuten Eigentümerstruktur der Fall sein könnte. Dieses Risiko wurde 2021 mit dem Wechsel vom monistischen zum dualistischen Führungssystem in der Konzernholding reduziert, wodurch die Position des operativen Managements der Holding gestärkt wurde. Unabhängig davon bleibt die Nähe zum Alleinaktionär, der gleichzeitig auch Aufsichtsratsvorsitzender der PCC SE ist, bestehen und somit auch die Chance, schnell und flexibel auf neue Investitionschancen zu reagieren und jeweils zeitnah die Weichen für weiteres nachhaltiges Wachstum des PCCKonzerns zu stellen.
Die zunehmende Fokussierung auf höherwertige Produkte sowie die in der Umsetzung befindliche Diversifikation der Absatzmärkte stellen aus Sicht der Unternehmensleitung die wesentlichen Chancen für das zukünftige Wachstum des PCC-Konzerns dar. Hinzu kommen weitere Modernisierungs- und Erweiterungsinvestitionen, ausgerichtet sowohl auf die Rückwärts- als auch auf die Vorwärtsintegration. Hierdurch wollen wir zum einen unsere Marktposition in den einzelnen Segmenten weiter ausbauen und zum anderen mit Investitionen in effiziente und umweltfreundliche Produktionsanlagen unsere Nachhaltigkeit steigern und unsere Zukunftsfähigkeit sichern. Von den aus diesen Investitionen zu erwartenden Ertragssteigerungen sollte die PCC-Gruppe langfristig in Form steigender Ergebnisse profitieren. Zusätzliches Ertragspotenzial könnte sich durch die Veräußerung von Randaktivitäten oder marktreifen Projekten und Beteiligungen ergeben.