Waldemar Preussner
Vorsitzender des Aufsichtsrats der PCC SE

Grußwort des Vorsitzenden des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Damen und Herren,

der PCC-Konzern hat auch 2025 ein von großen Herausforderungen geprägtes Geschäftsjahr bewältigt – und zugleich wichtige strategische Schritte zur Zukunftssicherung und für künftiges nachhaltiges Wachstum unternommen. Die anhaltende Konjunktur- und Nachfrageschwäche in Deutschland und Europa, also in den Hauptabsatzmärkten unserer Unternehmensgruppe, setzte sich auch im vergangenen Geschäftsjahr fort. Und auch der Wettbewerbsdruck durch die aggressive Exportpolitik außereuropäischer Länder, allen voran Chinas, hielt an. Ganze Branchen in Europa sind den daraus resultierenden Dumpingpreisen nahezu schutzlos ausgesetzt und diese Marktverzerrungen verschärften sich sogar noch aufgrund der im Jahresverlauf teils drastisch erhöhten US-Zölle. Denn die vermehrt nach Europa umgeleiteten Warenströme fachten den Preiswettbewerb zusätzlich an. Darüber hinaus wirkten sich die weiter anhaltenden geopolitischen Krisen wie Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine und der Nahostkonflikt belastend auf die europäische Wirtschaft und die weltweite Konjunktur aus. Inflation und Zinsentwicklung stabilisierten sich zwar 2025. Dennoch war die europäische Industrie weiterhin den im Vergleich zu den USA und Asien deutlich höheren Rohstoff-, Energie- und auch Lohnkosten ausgesetzt und der Mix aus Belastungen führte insgesamt zu historisch niedrigen Kapazitätsauslastungen in der europäischen Chemieindustrie.

In diesem schwierigen Marktumfeld konnten sich die drei Chemiesegmente des PCC-Konzerns sowie die Segmente Handel & Services und Logistik dennoch positiv behaupten. Mit dem Abschluss von Investitionsprojekten und der Entwicklung weiterer Projekte haben wir 2025 in diesen Segmenten auch die Weichen für neues Wachstum gestellt. Beispielsweise konnten wir durch neue Ethoxylierungsanlagen in Polen das Mengenwachstum im Segment Tenside & Derivate stützen. Im Segment Logistik planen wir ein weiteres Containerterminal in Polen, das als Klimaschutzprojekt von der EU gefördert wird.

Die neue Ethoxylierungsanlage am polnischen Standort in Płock erhöht unsere Kapazität deutlich und ermöglicht uns eine weitere Diversifizierung des Tenside-Portfolios.

„Der PCC-Konzern hat auch 2025 ein von großen Herausforderungen gepräg- tes Geschäftsjahr bewältigt – und zugleich wichtige strategische Schritte zur Zukunftssicherung und für künftiges nachhaltiges Wachstum unternommen.“
Waldemar Preussner
Vorsitzender des Aufsichtsrats der PCC SE
Das Segment Silizium & Derivate blieb dagegen auch 2025 aufgrund des fortgesetzten Preisverfalls defizitär. Wie andere europäische Hersteller hat sich die PCC daher entschlossen, die Siliziummetall-Produktion in Island temporär stillzulegen, da die aktuellen Rahmenbedingungen einen wirtschaftlich sinnvollen Betrieb nicht zulassen. Die Anlage wird jedoch in einem technischen Zustand gehalten, der ein Wiederanfahren ermöglicht. Aktuell verhandelt die PCC weiterhin mit allen wesentlichen Stakeholdern über vertragliche und regulatorische Konstellationen, die einen nachhaltig wirtschaftlichen Betrieb künftig wieder ermöglichen. Denn insbesondere aufgrund der Tatsache, dass unsere Anlage den für eine Vielzahl von Zukunftsanwendungen kritischen Rohstoff Siliziummetall auf außerordentlich klimafreundliche Weise herstellt, gehen wir weiter von der Zukunftsfähigkeit dieses Geschäftsfeldes aus.

Das Management der PCC SE sowie die Vorstände und Geschäftsführer aller Tochtergesellschaften und nicht zuletzt alle Mitarbeitenden haben sich auch im herausfordernden Geschäftsjahr 2025 unermüdlich für unsere Unternehmensgruppe engagiert. Dafür möchte ich Ihnen allen als Aufsichtsratsvorsitzender auch im Namen meiner Aufsichtsratskollegen meine hohe Anerkennung und meinen großen Dank aussprechen. Dieser Dank gilt auch allen Geschäftspartnern und natürlich auch allen unseren Anlegern, die der PCC vielfach schon seit Jahrzehnten ihr Vertrauen schenken.

Viele Herausforderungen des abgelaufenen Geschäftsjahres hielten auch über den Jahreswechsel hinaus weiter an. Dies betrifft unter anderem den Krieg in der Ukraine und den Konflikt im Nahen Osten, der sich im Frühjahr sogar zu einem weiteren Kriegsschauplatz entwickelt hat, mit aktuell kaum absehbaren globalen wirtschaftlichen Auswirkungen. Hinzu kommt insbesondere die weiter anhaltende Sorge vor einem weltweiten Handelskrieg resultierend aus der aktuellen Zollpolitik der amerikanischen Regierung.

Der Aufsichtsrat der PCC SE sieht das Unternehmen insbesondere aufgrund seines weitsichtigen Inves-titionsprogramms sowie der zunehmenden geografischen Expansion ihres Kerngeschäfts dennoch weiterhin gut für die Zukunft aufgestellt. Der Aufsichtsrat unterstützt diese Wachstumspläne und wird die PCC auf ihrem zukünftigen Weg auch weiterhin eng begleiten.

Duisburg, im Mai 2026

Ihr Waldemar Preussner

Vorsitzender des Aufsichtsrats der PCC SE