Erläuterungen zu einzelnen Posten der Konzerngewinn- und Verlustrechnung

(6) Umsatzerlöse

Der Umsatz im Geschäftsjahr 2025 belief sich auf 923,6 Millionen € (Vorjahr: 960,0 Millionen €). Darin enthalten sind 1,1 Millionen € (Vorjahr: 1,6 Millionen €) Umsatzerlöse aus Vertragsverbindlichkeiten zu Beginn der Berichtsperiode. Die Umsatzerlöse entfallen mit 765,8 Millionen € auf den Verkauf von Waren und in Höhe von 157,8 Millionen € auf die Erbringung von Dienstleistungen, wobei sich die Erbringung von Dienstleistungen vorrangig auf Transportdienstleistungen bezieht.

Der überwiegende Teil der Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Waren bezieht sich auf die Herstellung und den Vertrieb von chemischen Produkten, welche im Wesentlichen zu einem Zeitpunkt realisiert werden. Insgesamt belief sich die zeitpunktbezogene Umsatzrealisierung auf 894,5 Millionen € und die zeitraumbezogene Umsatzrealisierung auf 29,1 Millionen €. Der Konzernumsatz verteilt sich in den Berichtssegmenten auf verschiedene geografische Märkte. Dazu wird auf die Segmentberichterstattung in Abschnitt (17) verwiesen.

(7) Materialaufwand

Der Materialaufwand verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 50,2 Millionen € auf 624,3 Millionen €. Ausschlaggebend dafür waren insbesondere gesunkene Einkaufspreise wesentlicher Rohstoffe. Die Bezugskosten für Energie und Logistik blieben nahezu unverändert zum Vorjahr.

(8) Andere aktivierte Eigenleistungen

Die aktivierten Eigenleistungen ergeben sich im Wesentlichen aus Herstellungskosten von Leistungen oder Vermögenswerten, welche aktiviert wurden. Eventuelle Zwischengewinne sind, soweit wesentlich, eliminiert. Die Position erhöhte sich von 23,4 Millionen € im Vorjahr auf 29,6 Millionen € im Geschäftsjahr 2025.

(9) Personalaufwand

Der Personalaufwand erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr von 150,7 Millionen € auf 152,7 Millionen €. Somit war auch im Geschäftsjahr 2025 ein erneuter Anstieg des Personalaufwands zu verzeichnen. Lohn- und Gehaltssteigerungen sind durch hohen Inflationsdruck weiter überproportional angestiegen.
Zum 31. Dezember 2025 waren im PCC-Konzern insgesamt 3.115 Mitarbeitende beschäftigt (Vorjahr: 3.295). Im Jahresdurchschnitt 2025 waren im PCC-Konzern 3.225 Mitarbeitende beschäftigt (Vorjahr: 3.289). Der wesentliche Teil des Rückgangs entfiel auf das Segment Silizium & Derivate. Aufgrund der schwierigen Marktsituation ist die Siliziummetall-Produktion in Island seit Juli 2025 temporär stillgelegt. Damit einhergehend wurde auch die Zahl der Mitarbeitenden reduziert. Die Verteilung der Mitarbeitenden nach Konzernsegmenten zum Bilanzstichtag ist wie folgt:
Geografisch verteilt sich die Anzahl der Mitarbeitenden zum Bilanzstichtag wie folgt:

(10) Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge verringerten sich nur leicht von 45,0 Millionen € im Vorjahr um 1,8 Millionen € auf 43,3 Millionen € im abgelaufenen Geschäftsjahr. Die Position Erträge aus Kompensationszahlungen im Zusammenhang mit CO2-Zertifikaten stellt wie im Vorjahr den größten Einzelposten dar. Die Kompensationen werden vom polnischen Staat als Ausgleich für Preiserhöhungen bei CO2- Zertifikaten gewährt.

Die Position der weiteren sonstigen betrieblichen Erträge setzt sich, wie bereits im Vorjahr, aus diversen Einzelpositionen zusammen, die für sich betrachtet nicht wesentlich sind.

(11) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich von 113,6 Millionen € im Vorjahr um 13,4 Millionen € auf 127,0 Millionen € im abgelaufenen Geschäftsjahr. Die Position Instandhaltung und Reparaturen stellt wie im Vorjahr den stärksten Einzelposten dar. Die Aufwendungen entfielen im Wesentlichen auf das anlagenintensive Geschäft der Chemiestandorte.

Die Position Aufwendungen mit verbundenen nicht konsolidierten Unternehmen stellt wie im Vorjahr den zweitstärksten Einzelposten innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen dar und enthält im Wesentlichen Aufwendungen für Qualitätssicherung, Laborund Verwaltungsdienstleistungen.

Die Position der sonstigen Steuern enthält alle Steueraufwendungen, bei denen es sich nicht um Steuern vom Einkommen und vom Ertrag handelt. Die inländischen und ausländischen Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie die latenten Steuern sind separat im Steuerergebnis ausgewiesen und in Abschnitt (16) erläutert.

Die Position der weiteren sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzt sich, wie bereits im Vorjahr, aus diversen Einzelpositionen zusammen, die für sich betrachtet nicht wesentlich sind.

Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sind in der aktuellen Berichtsperiode mit 9,7 Millionen € erfasst (Vorjahr: 8,8 Millionen €). Zusätzlich wurden Ausgaben für selbst entwickelte immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von 3,3 Millionen € aktiviert (Vorjahr: 1,1 Millionen €).

(12) Ergebnis aus at Equity bilanzierten Unternehmen

Aufgrund der Verlustzuweisungen, die sowohl den Equity-Wertansatz der OOO DME Aerosol, Pervomaysky (Russland), als auch den der PCG PCC Oxyalkylates Sdn. Bhd., Kuala Lumpur (Malaysia), übersteigen, werden die Equity-Werte für diese beiden Gesellschaften jeweils mit null ausgewiesen. Die Verluste werden in einer Nebenbuchhaltung fortgeführt und mit künftigen Gewinnen zunächst verrechnet, bevor ein positiver Ergebnisanteil in der Konzernergebnisrechnung ausgewiesen wird. Das anteilige Jahresergebnis der OOO DME Aerosol beträgt 1,8 Millionen € (Vorjahr: – 0,7 Millionen €). Zum Stichtag 31. Dezember 2025 reduzierten sich die kumulierten Verluste auf 6,3 Millionen € (Vorjahr: 8,1 Millionen €). Das anteilige Jahresergebnis der PCG PCC Oxyalkylates Sdn. Bhd. beträgt – 9,4 Millionen € (Vorjahr: 2,3 Millionen €). Zum Stichtag 31. Dezember 2025 betrugen die Verluste 7,1 Millionen €.

Der Equity-Wertansatz der IRPC Polyol Company Ltd., Bangkok (Thailand), wurde im Berichtsjahr im Wesentlichen um das positive anteilige Jahresergebnis der Gesellschaft fortgeschrieben und beträgt zum Stichtag 2,5 Millionen € (Vorjahr: 2,6 Millionen €). Die sonstigen Veränderungen beziehen sich auf Währungskurseffekte.

Die PCC SE hat gegenüber der finanzierenden Bank der PCG PCC Oxyalkylates Sdn. Bhd. eine Bürgschaft ausgesprochen. Zum Aufstellungszeitpunkt ist nicht mit einer Inanspruchnahme zu rechnen.

(13) Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte

Die Abschreibungen erhöhten sich von 86,1 Millionen € im Vorjahr um 113,7 Millionen € auf 199,7 Millionen € im abgelaufenen Geschäftsjahr. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens entfielen auf gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte sowie auf selbst erstellte und entwickelte immaterielle Vermögenswerte. Wertberichtigungen auf Geschäfts- oder Firmen- werte wurden weder im abgelaufenen Geschäftsjahr noch im Vorjahr vorgenommen. Weitere Informationen zum Goodwill sind in Abschnitt (19) zu finden.

Im Geschäftsjahr 2025 wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte in Höhe von 116,2 Millionen € vorgenommen (Vorjahr: 2,2 Millionen €). Die derzeitige Markt- und Preissituation im Segment Silizium & Derivate sowie konservative Prognosen der zu erwartenden Cashflows, resultierten im Konzernabschluss 2025 in einer außerplanmäßigen Wertminderung der Siliziummetall-Anlage in Höhe von 105,6 Millionen €. Zusätzlich wurde die Anlage zur Herstellung von Monochlorbenzol (MCB) im Segment Chlor & Derivate, die aus wirtschaftlichen Gründen und zur Portfoliooptimierung geschlossen wird, um 4,5 Millionen € wertgemindert.

(14) Ergebnis aus Zinsen

Das Ergebnis aus Zinserträgen und Zinsaufwendungen verringerte sich von – 45,7 Millionen € im Vorjahr auf – 46,6 Millionen € im abgelaufenen Geschäftsjahr. Die größte Einzelposition war wie im Vorjahr die Position des Zinsaufwands aus Anleihen. Auch der höchste absolute Anstieg gegenüber dem Vorjahr ist beim Zinsaufwand aus Anleihen zu verzeichnen. Dies resultiert zum einen aus einem höheren Bestand an Anleiheverbindlichkeiten und zum anderen aus einem allgemein höheren Zinsniveau. Sowohl die Muttergesellschaft der PCC-Gruppe als auch mehrere Tochtergesellschaften emittieren Anleihen zur Finanzierung von Investitionen sowie zur Refinanzierung fälliger Verbindlichkeiten. In Abschnitt (32) findet sich eine detaillierte Darstellung der Verbindlichkeiten aus Anleihen und von deren Laufzeiten.

Zinsen, die auf Investitionsprojekte entfallen, die einen qualifizierten Vermögenswert darstellen, werden gemäß IAS 23 in deren Bauzeit aktiviert. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden Zinsaufwendungen in Höhe von 3,4 Millionen € aktiviert (Vorjahr: 2,0 Millionen €). Der Finanzierungskostensatz betrug 7,0 % (im Vorjahr ebenfalls 7,0 %). Der gewichtete Zinssatz aller zinstragenden Verbindlichkeiten betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 4,9 % (Vorjahr: 5,1 %).

(15) Ergebnis aus Währungsumrechnungen

Erträge und Aufwendungen aus der Währungsumrechnung sind im Finanzergebnis ausgewiesen. Während sich die Erträge aus Währungsumrechnungen von 81,5 Millionen € im Vorjahr auf 54,5 Millionen € im Berichtsjahr verringerten, erhöhten sich die Aufwendungen aus der Währungsumrechnung von 66,0 Millionen € im Vorjahr auf 76,6 Millionen € im Berichtsjahr. Im Saldo ergibt sich ein negatives Ergebnis aus Währungsumrechnungen von – 22,1 Millionen €. Das Ergebnis des Vorjahres war mit 15,5 Millionen € positiv gewesen. Wesentliche Einflussgrößen auf das Ergebnis aus Währungsumrechnungen sind die Kursentwicklungen der für den PCC-Konzern maßgeblichen Währungen, im Wesentlichen des polnischen Złotys und des US-Dollars.

(16) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag / Steueraufwand

Als Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind die in den einzelnen Ländern gezahlten oder geschuldeten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie die ergebniswirksam erfassten latenten Steuern ausgewiesen. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag setzen sich dabei aus Gewerbe- und Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und den entsprechenden ausländischen Einkommen- und Ertragsteuern zusammen. In den sonstigen Steuern sind Grundsteuern, Vermögenssteuern und sonstige vergleichbare Steuerarten enthalten. Sie sind den sonstigen betrieblichen Aufwendungen zugeordnet.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag entfallen im Wesentlichen auf die Segmente Silizium & Derivate in Höhe von 5,4 Millionen € und Handel & Services in Höhe von 2,7 Millionen €. In der regionalen Betrachtung entfallen 5,3 Millionen € auf Polen, 5,3 Millionen € auf sonstiges Europa und 0,5 Millionen € auf Deutschland.
Die Beziehung zwischen dem tatsächlichen und dem auf Basis des Konzernergebnisses zu erwartenden Steueraufwand beziehungsweise -ertrag wird aus der abgebildeten Tabelle ersichtlich, wobei die steuerliche Überleitung im Berichtsjahr erstmals auf Basis der Steuereffekte auf die steuerlichen Bemessungsgrundlagen erfolgt. Im Vorjahr wurde die Überleitung anhand der steuerlichen Bemessungsgrundlagen vorgenommen, sodass die Vorjahresspalte der aktuellen Tabelle nicht mit der Darstellung des Vorjahres identisch ist. Dem erwarteten Steueraufwand beziehungsweise -ertrag liegt der tatsächliche Ertragssteuersatz der PCC SE von 33,2 % zugrunde. Im Vorjahr wurde ein vereinfachter Ertragssteuersatz von 30 % angewendet. Die effektive Steuerquote des PCC-Konzerns lag im Berichtsjahr bei – 6,2 % (Vorjahr: – 62,8 %).
Die BEPS-Pillar-Two-Regelungen wurden Ende 2023 in deutsches Recht überführt (MinStG) und sind am 1. Januar 2024 in Kraft getreten. Der PCC-Konzern fällt in den Anwendungsbereich dieser Regelungen. Er hat zum Abschlussstichtag eine Analyse durchgeführt, um die Betroffenheit und die Jurisdiktionen zu ermitteln, aus denen die Gruppe möglichen Auswirkungen im Zusammenhang mit einer Pillar Two Mindeststeuer sowohl im In- als auch im Ausland als nationale Ergänzungssteuer ausgesetzt ist. Dabei wurde zunächst geprüft, ob die Transitional-CbCR-Safe-Harbour- Regelungen einschlägig sind. Diese Analyse hat ergeben, dass eine Belastung weder durch Primärergänzungssteuern noch durch nationale Ergänzungssteuern für 2025 derzeit zu erwarten ist. Entsprechend wurde für keine Jurisdiktion eine Rückstellung gebildet.

In einzelnen Konzerngesellschaften existieren steuerlich nutzbare Verlustvorträge. In der abgebildeten Tabelle sind die Zeitbänder angegeben, in denen steuerliche Verlustvorträge genutzt werden können, auf die latente Steuern gebildet wurden. Die Verlustvorträge, auf die latente Steuern gebildet wurden, verringerten sich im Vergleich zum Vorjahr um 123,0 Millionen € auf nur noch 16,3 Millionen € zum 31. Dezember 2025. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus Unsicherheiten hinsichtlich der zukünftigen Nutzbarkeit von Verlustvorträgen der Siliziummetall-Produktion auf Island. Vor dem Hintergrund herausfordernder Marktbedingungen im Segment Silizium & Derivate wurde dem entsprechend davon abgesehen, weiterhin latente Steuern auf die Verlustvorträge anzusetzen.

Verlustvorträge, auf die keine latenten Steuern gebildet wurden, belaufen sich auf 592,1 Millionen € (Vorjahr: 317,4 Millionen €) und entstanden im Wesentlichen in der Konzernholding und bei der Siliziummetall- Produktion auf Island.