Ausblick auf das Folgejahr 2026

Die überwiegend langfristig orientierte Unternehmensentwicklung wird auch im Geschäftsjahr 2026 im Fokus des PCC-Konzerns stehen. Den Schwerpunkt bildet dabei weiterhin die nachhaltige Stärkung der Kernaktivitäten sowie der Wettbewerbsfähigkeit der PCC-Gruppe durch weitere Investitionen und Akquisitionen. Darüber hinaus werden auch in Zukunft Greenfield- und Brownfield-Projekte geprüft. Dies gilt insbesondere in Bezug auf die geografische Expansion von Kerngeschäftsbereichen in neue Märkte. Die Zukunftsthemen Nachhaltigkeit und Klimaschutz sowie die damit verbundene Transformation aller Produktionsprozesse werden immer weiter in den Vordergrund rücken. Dies wird mit weiteren Investitionen in effiziente und umweltfreundliche Produktionsanlagen verbunden sein, durch die die Zukunftsfähigkeit der PCC-Gruppe entscheidend gestärkt werden wird. Grundsätzlich wird die Strategie des aktiven Beteiligungsportfolio-Managements verbunden mit fortlaufender Optimierung des Portfolios auch in den kommenden Jahren weiter fortgesetzt. Oberstes Ziel bleibt dabei die kontinuierliche und nachhaltige Steigerung von Unternehmenswerten.

Die Geschäftsentwicklung der PCC-Gruppe ist auch 2026 stark abhängig von der globalen Konjunkturentwicklung, im Wesentlichen den Entwicklungen in Deutschland wie auch in Europa.

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts gehen Vertreter der Politik und diverse Institute und Banken davon aus, dass die Wirtschaftsleistung 2026 in Deutschland moderat wachsen wird. Die Schätzungen von ifo-Institut, Bundesbank, Internationalem Währungsfonds (IWF) und OECD reichen von 0,5 % bis 1,0 %. Die deutsche Bundesregierung hat ihre eigene Prognose gar auf 0,5% revidiert. Das deutsche Wirtschaftswachstum ist demnach weiterhin gebremst durch schwache Investitionen, geopolitische Spannungen und Handelsunsicherheiten, aber gestützt durch Reallohnzuwächse und sinkende Inflation. Die durchschnittliche Wachstumsrate des realen BIP im Euroraum wird den Projektionen von IWF, OECD und Europäischer Zentralbank (EZB) zufolge 2026 von 0,9 % bis 1,2 % liegen. Die US-Wirtschaft soll 2026 ein Wachstum von 2,3 % erreichen, wobei Investitionen in Künstliche Intelligenz ein wesentlicher Treiber sind. Die US-Wirtschaft entwickelte sich schon 2025 robust im Rahmen der Erwartungen und kam auf ein Wachstum von 1,9 %. Für China wird eine Wachstumsrate ähnlich wie 2025 erwartet, die Bandbreite der Prognosen liegt hier zwischen 4,4 % bis 5,0 %. Grundsätzlich ist dies zwar zu niedrig, um die chinesische Binnennachfrage anzukurbeln, dennoch bleibt China aber damit der globale Wachstumsmotor. Überkapazitäten, demografischer Wandel sowie die fortgesetzte Immobilienkrise verlangsamen weiterhin das Wachstum in China. Diese Prognosen sind allerdings insgesamt angesichts des andauernden Russland-Ukraine-Krieges, weiterer internationaler Konflikte und politischer Unsicherheiten sowie der jüngsten zollpolitischen Kapriolen der US-Regierung mit einer großen Schwankungsbreite behaftet. Zusätzliche Risiken für die Weltwirtschaft insgesamt könnten sich außerdem durch eine Eskalation der Taiwan-Politik Chinas ergeben. Auch der Iran-Krieg hat durch signifikante Preissteigerungen bei Öl, Gas und vielen Rohstoffen eine erhebliche Auswirkung auf die wirtschaftliche Entwicklung.

Durch die 2025 im Deutschen Bundestag beschlossene Anpassung der Schuldenbremse werden signifikante Investitionen in die deutsche Wirtschaft, in die Infrastruktur, in Rüstung sowie in Zukunftstechnologien erwartet. Sollte es zu deren Umsetzung signifikante Beschlüsse geben, kann durchaus erwartet werden, dass die oben genannten Prognosen im Verlauf des Jahres 2026 nach oben korrigiert werden. Positiv sollte sich diese Situation dann auch auf den Arbeitsmarkt und damit auf die deutsche Binnennachfrage auswirken.

Der Einlagenzinssatz der EZB hatte Anfang 2024 mit 4,00 % seinen aktuellen Höchststand erreicht. Seitdem hat die EZB den Zinssatz sukzessive weiter reduziert, um wieder ein neutrales Zinsniveau von rund 2,00 % zu erreichen, was Ende 2025 auch gelang. Es bleibt abzuwarten, ob und wie die EZB zinspolitisch auf die Umsetzung der in der EU und in Deutschland angekündigten Investitionspakete reagiert.

Die aktuelle Konzernplanung für die Jahre 2026 bis 2028, die im Zeitraum September bis November 2025 erstellt wurde, geht für 2026 von einem um 2 % bis 5 % höheren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr aus und es soll wieder das Umsatzniveau des Jahres 2024 erreicht werden. Diese Annahme basiert auf leicht höheren Absatzvolumina aufgrund einer sich leicht erholenden Wirtschaft in Europa. Dies steht im Einklang mit den zuvor erwähnten makroökonomischen Erwartungen für die Europäische Union. Die Verkaufspreise werden dabei in den meisten Segmenten als stabil im Vergleich zum Vorjahr unterstellt. Auch eine weiter zunehmende Auslastung bei kürzlich in Betrieb genommenen Anlagen sollte zu neuem Wachstum beitragen. Zudem soll im Geschäftsjahr 2026 auch die Auslastung der intermodalen Verkehre durch eine steigende Nachfrage und eine weitere Verlagerung von Transporten auf die Schiene steigen.

Der PCC-Konzern plant mit einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) vor Sondereffekten auf dem Niveau von 2025. Das Segment Silizium & Derivate plant nach der temporären Stilllegung der Produktionsanlage 2026 mit einer signifikanten Reduzierung der Verluste. Die Kosten sind nun auf ein Minimum heruntergefahren. Positiv dürften sich sowohl die neuen Kapazitäten im Segment Tenside & Derivate als auch eine geplante Steigerung der Containerumschläge im intermodalen Transportgeschäft auswirken. Für die Segmente Polyole & Derivate und Chlor & Derivate gehen wir für 2026 von einem weiteren herausfordernden Geschäftsjahr aus. Weil das Wirtschaftswachstum in Europa wohl weiterhin nur moderat bis unwesentlich ausfallen dürfte, planen wir in diesen Segmenten mit einer rückläufigen bis bestenfalls stabilen Preisentwicklung. Der private Konsum wird ebenfalls nur schwache Impulse senden und dürfte keinen nachhaltigen Auftrieb bewirken. Unsere Planung basiert auf stabilen Energiekosten auf einem vergleichbaren Niveau wie im vierten Quartal 2025. Kosten unter anderem für Personal und externe Dienstleistungen steigen in der Planung 2026 langsamer an als in den Vorjahren. Auch gehen wir insgesamt von einer verringerten Zahl der Mitarbeitenden aus. Durch die Hinzufügung weiterer Geschäftseinheiten in den Konsolidierungskreis wird deren Zahl gegenüber 2025 allerdings zunehmen. In Verbindung mit weiteren Kostensenkungsmaßnahmen führt dies voraussichtlich insgesamt zu einem im Vergleich zum Vorjahr verbesserten Umsatz-Kosten-Verhältnis. Bei weiter leicht steigenden Abschreibungen und konstanten Zinsaufwendungen plant die PCC-Gruppe mit einem negativen Vorsteuerergebnis, das allerdings rund 40 bis 60 % unter dem des Vorjahres liegen sollte.

Für das Segment Polyole & Derivate wird ein Umsatzrückgang von 2 % bis 5 % unterstellt. Trotz intensivem Wettbewerb mit chinesischen Anbietern im Bereich Polyether-Polyole und bei Rohstoffen wollen wir uns weiter im Marktsegment spezieller Polyether-Polyole sowie von deren Folgeprodukten behaupten und unseren Marktanteil dort ausbauen. Für dieses Segment planen wir mit einem Rückgang des EBITDA um etwa 15 % bis 20 % im Vergleich zum Vorjahr.

Im Segment Tenside & Derivate plant die PCC mit einem Umsatzanstieg von 10 % bis 15 % im Vergleich zum Vorjahr. Wir wollen dies im Wesentlichen durch die Auslastung der neuen Anlage am polnischen Produktionsstandort Płock erreichen. Insbesondere kleine Volumina mit höheren Margen können dort vermehrt produziert werden. Auch die in diesem Segment geführten Aktivitäten im Konsumgüterbereich werden 2026 ihre Auslastung aufgrund der insbesondere in Osteuropa anhaltend hohen Nachfrage für Private-Label-Produkte weiter erhöhen. Durch zusätzliche Kostenmaßnahmen soll dieses Segment einen Anstieg des EBITDA um 10 % bis 20 % erzielen.

Das Segment Chlor & Derivate plant mit einem Umsatzrückgang von 5 % bis 10 % im Vergleich zum Vorjahr. Aufgrund der Abhängigkeit von der konjunkturellen Entwicklung wurde diese Planungsannahme eher zurückhaltend getroffen. Sowohl im Geschäftsfeld der Chlor-Nebenprodukte als auch im Geschäftsfeld MCAA und bei phosphorbasierten Flammhemmern sind die Wachstumsaussichten 2026 durchwachsen. Dies begründet sich für Europa im Wesentlichen durch das prognostizierte nur moderate Wachstum. Der Anteil von Umsätzen außerhalb der EU steigt daher in unserer Planung. Die USA sind vor allem für Chlor-Folgeprodukte ein wachsender Markt. Da insbesondere im Geschäftsfeld Chlor und Chlor-Nebenprodukte weitere Preisrückgänge prognostiziert werden, liegt das EBITDA in der Planungsannahme signifikant um 50 % bis 60 % unter dem des Vorjahres.

Im Segment Silizium & Derivate geht die Planung von der Fortsetzung der bestehenden temporären Stilllegung der Siliziummetall- Produktion aus. Die Preisvoraussagen sehen erst für Anfang 2027 wieder ein Niveau, auf dem die Anlage wirtschaftlich betrieben werden könnte. Unser Plan ist, die Anlage in einem technisch einwandfreien Zustand zur möglichen Aufnahme der Produktion zu halten. Alle Verträge sollen für ein Wiederanfahren vorbereitet werden. Damit reduziert sich der Umsatz in diesem Segment um einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag und entfällt im Wesentlichen auf das Geschäft des Quarzit-Steinbruchs in Polen. Das EBITDA ist mit einem niedrigen zweistelligen Millionenbetrag weiterhin im negativen Bereich prognostiziert. Sollten sich die wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen für dieses Geschäft weiter verschlechtern, ist ein vollständiger und nachhaltiger Produktionsstopp der Siliziummetall-Anlage nicht ausgeschlossen. Dies könnte dann zu zusätzlichen Verlusten durch Aufwendungen und zu erhöhtem Abschreibungsbedarf führen.

Für das Segment Handel & Services ist ein Umsatzwachstum zwischen 15 % und 25 % geplant. Dieses Wachstum resultiert in etwa zu gleichen Teilen aus mengen- und preisbedingten Planungsannahmen. Insbesondere das Rohstoffhandelsgeschäft, die Vertriebsaktivitäten in lokalen Randmärkten sowie das Versorgungsgeschäft sollen zu diesem Wachstum beitragen. Für das EBITDA bedeutet dies einen geplanten Anstieg zwischen 10 % und 20 %.

Das Segment Logistik plant, auch im Geschäftsjahr 2026 sein Geschäft auszubauen. Die Auslastung, wie auch die Zahl der Containerhandlings und Verbindungen sollen dabei kontinuierlich gesteigert und verbessert werden. Für den Umsatz bedeutet dies einen geplanten Anstieg zwischen 5 % und 10 %. Durch die sukzessive Erweiterung von Verkehren mit eigenen Lokomotiven und Plattformen werden zusätzliche Effizienzsteigerungen eingeplant. Unberücksichtigt eventueller positiver Effekte aus einem möglichen Friedensplan in der Ukraine und einem damit verbundenen Anstieg von Warenströmen durch Polen in die Ukraine plant die PCC für dieses Segment mit einem EBITDA-Anstieg von 20 % bis 25 %.

Auf der Basis eines stabilen EBITDA und eines neutralen Ergebnisbeitrags aus Wechselkurseffekten wird das Vorsteuerergebnis des PCC-Konzerns ebenfalls wieder steigen. Den Planungsannahmen liegt derzeit eine Verbesserung des EBT um 40 % bis 60 % und damit ein negatives Ergebnis auf Jahresbasis zugrunde. Der Bedarf an Abschreibungen und die Zinslast bleiben weiterhin hoch und durch Investitionen und die Aufnahme von weiterem Fremdkapital zu deren Finanzierungen können die Werte noch ansteigen.

Die Planungsannahmen wurden auf der Grundlage der seinerzeit vorliegenden Informationen aus dem dritten und frühen vierten Quartal des Geschäftsjahres 2025 erstellt. Eventuelle Verschärfungen von Konflikten oder Kriegen, neue Konflikte oder politische Unruhen und Handelskriege könnten sich negativ auswirken. Jüngere Entwicklungen wie der neue Iran-Krieg vom März 2026 sind in den zuvor genannten Zahlen nicht abgebildet. Je nach Intensität, Länge oder Ausmaß dieser Krise könnten die Auswirkungen auf die Finanzzahlen der PCCGruppe sehr unterschiedlich ausfallen und neben Risiken könnten sich hierbei auch Chancen ergeben. Positive Auswirkungen auf die genannten Planungsannahmen dürften eventuelle Friedensschlüsse, eine auch damit verbundene Stabilität in der deutschen und europäischen Energiepolitik, klare Zoll- und Handelsstrategien und Schutzmaßnahmen für europäische Industrien mit sich bringen.

Für die Folgejahre 2027 und 2028 planen wir mit einer sich erholenden volkswirtschaftlichen Lage in Europa. Neue öffentliche Investitionen, eine steigende private Nachfrage sowie neues Wachstum zum Beispiel im Bausektor sollten dann auch zu steigenden Absatzmengen und Preisanpassungen führen. Die Umsätze sollen in den Folgejahren um weitere 30 % bis 40 % ansteigen und wieder die Milliardengrenze überschreiten. Bei weiter rückläufigen Kostensteigerungen führt das in den Planungsannahmen zu ebenfalls stark ansteigenden Ergebnissen. Sowohl das EBITDA als auch das Vorsteuerergebnis sind für diesen Zeitraum mit Steigerungsraten im hohen zweistelligen Millionenbereich pro Jahr prognostiziert. Die Abschreibungen werden infolge der Realisierung weiterer Investitionen weiter zunehmen. Diese könnten zusätzliches Umsatz- und Ergebnispotenzial für die jeweiligen Folgejahre bieten. Die PCC strebt für Investitionen immer den jeweils optimalen Finanzierungsmix aus Eigen- und Fremdmitteln an. Daher werden in den Planungen für die Jahre 2026 bis 2028 auch die Finanzverbindlichkeiten weiter ansteigen. Da das EBITDA allerdings stärker steigt, soll sich die Verschuldungsquote wieder unserer Zielmarke von 5,0 annähern. Ein Rückgang dieser Kennzahl ist für das Geschäftsjahr 2027 in der Planung berücksichtigt. Auch können Veränderungen im Beteiligungsportfolio Auswirkungen auf die Planzahlen haben.

Die Auslastung vorhandener sowie neu hinzugenommener Kapazitäten der chemischen Produktionsanlagen in Europa und Asien, der Turnaround bei der Siliziummetall-Produktion sowie die geografische Diversifizierung von Geschäftsaktivitäten in Gebiete außerhalb Europas sind die strategischen Eckpunkte dieser Planung. Kontinuierliche Effizienzsteigerungen und Kosteneinsparungen in allen Geschäftsbereichen bilden die übergeordnete Basis.

Duisburg, den 5. Mai 2026
PCC SE

Der Vorstand

Dr. Peter Wenzel

Riccardo Koppe

Dr. rer. oec. (BY) Alfred Pelzer